11. Lauf ins Gsohl
Lauf ins Gsohl!
Dieser Aufforderung folgten am Sonntagvormittag 120 Menschen und begaben sich auf die 3,5 Kilometer lange Strecke hinauf zur Alpe Gsohl.
Trotz der bevorstehenden Anstrengung war die Stimmung im Startbereich ausgezeichnet. Viele bekannte Gesichter aus der Vorarlberger Laufgemeinschaft und der Nachbarschaft waren vor Ort.
Nach dem Einlaufen und Aufwärmen versammelte sich das Feld auf der kleinen Brücke, wo um 11 Uhr der Startschuss fiel. Nun galt es, dem staubigen Grau der Forststraße und den 500 Höhenmetern die Stirn zu bieten. Von der Ledi aus lässt es sich gut starten, bevor die Steigung kommt. Als Langstreckler, der normalerweise im Grundlagenbereich startet, war mir klar, dass ich an meine Schwelle gehen und am Ende noch Kraft zum Übertreten derselben haben müsste.
Also nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, sondern erst einmal mit hoher Schrittfrequenz den Fußabstreifer bearbeiten. So ging der erste Kilometer gut vorüber und der knackige Teil der Strecke begann. Hier spielte mir mein Kopf einen Streich und verleitete mich ein paar Mal dazu, ins schnelle Gehen zu verfallen. An sich eine kluge Sache, doch es störte meinen Laufrhythmus. Den Rhythmus wiederzufinden, war nicht schwer, und auch dieser Teil der Strecke ging vorüber. Angefeuert vom Publikum ging es auf den oberen, etwas flacheren Teil der Strecke. Wer ihn kennt, weiß, dass man hier noch etwas rausholen kann. Jetzt galt es, den Hausflur zu betreten und zu schauen, wie man ins Ziel kommt.
Der Läufer hinter mir konnte sich wunderbar steigern und an mir vorbeiziehen. Ich konnte mein Tempo halten, aber noch einmal durchdrücken war nicht möglich. Fünfhundert Meter bis ins Ziel, die Bäume lichteten sich und irgendetwas trieb mich an. Alles arbeitete in mir, und doch war ich in Gedanken in einem zeitlosen Raum. Bei zweihundert Metern waren die Ansagen aus dem Zielraum zu hören. Ein Läufer des LT Hohenems kam von oben herunter und begleitete mich auf dem letzten Anstieg. Was für eine wundervolle Idee! Er begleitet mich rauf und rennt dann wieder runter, um den Nächsten zu helfen.
Nach dem Lauf galt es, die schöne Stimmung zu genießen. Leute treffen, plaudern, mit Spannung der Ehrung der Bestplatzierten beiwohnen. Sehr gute Zeiten wurden gelaufen, persönlich bewunderte ich die Leistungen der Jugend. Für den Laufsport in Vorarlberg ist es ein gutes Zeichen, wenn diese mit Freude und Ehrgeiz bei der Sache bleiben.
Herzlichen Dank an den LT Hohenems und Obfrau Karin Plachy. Auf das ihr weiterhin diesen schönen, schon strengen Lauf zum 12. Mal ausrichten könnt.
Infos zum Lauf: https://www.lauftreff-hohenems.at/lauf-is-gsohl/11-lauf-is-gsohl


