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40. Vienna City Marathon – Laufberichte der LSV Teilnehmer: innen

Mi, 10. Mai 23

Am Eingang zum Wiener Prater, in der Nähe des Riesenrades befindet sich ein Denkmal für den Komponisten Robert Stolz.
Als Kind ist es mir aufgefallen, wenn ich mit meiner Omi in den Vergnügungspark gehen durfte.
„Im Prater blüh´n wieder die Bäume“ Ein schöner Titel für ein Lied und einen Film. Weder habe ich das Lied gehört, noch den Film gesehen, aber es passte einfach so gut zu diesem schönen Wochenende.

Leider kann ich nur aus meiner Sicht vom Lauf berichten. Der LSV war gut vertreten, nur war ich familiär so eingespannt, dass ich die anderen gar nicht getroffen habe.

Viele Gesichter hat mir die alte Stadt schon gezeigt. Diesen einen Morgen im Startbereich werde ich nicht vergessen. Der Hubschrauber zwischen den Hochhäusern. Die Reichsbrücke vor uns, eine Masse an Menschen, jeder in Vorfreude auf den Lauf. Neben mir Aurelio, der uns sein Armband mit den Zwischenzeiten zeigte. „This is my plan!“ so der Spanier, dann drehte er das grüne Bändlein um: „…and this is Plan B.“ So stelle ich mir Marathon vor. Man hat einen Plan, dann einen zweiten und dann noch einen, Hauptsache man erreicht ein Ziel.

Mein erster Plan war es, die 3 Stunden erneut zu unterbieten. Mir wurde aber schon in der Vorbereitung klar, dass dieses Ziel in Wien nicht zu realisieren sein würde. 03:15:00 herum, das fand ich realistisch, das geht. Ausdauer war vorhanden, das Tempo musste im Packerl bleiben.

„Patsch d´Handi zamm! Patsch d´Handi zamm! Was wird der Papa bringen?“
Ein Lied, welches mir mein Vater vorgesungen hat.
„Rote Schuh und Strümpf dazu, das wird der Papa bringen.“

Meine Schuhe waren schwarz und die Strümpf rosa, aber ich musste daran denken, wie auf der Reichsbrücke nur das Trappeln der Läufer: innen zu hören war. Lauf zu Oida, der Tag ist dazu gemacht!

„You´ll never walk alone!“ Der Song aus dem Hanappi Stadion, der passt gut zu einem Lauf. Beeindruckend, wie ein ganzes Kaffeehaus in Jubel ausbricht, nur weil wir Hanseln vorbeirannten. Das Glitzern der Wassergläser, das Klappern der Kaffehäferln, als ob unsere Schritte ein Beben ausgelöst hätten. Wie eingefroren in meinem Kopf. Das Bild der Menschen, die sich halb aus ihren geflochtenen Sessel erheben. Klebrige Kinderhände, die sich für ein High Five aus der Menge streckten, noch klebriger wurden, weil ich mich schon ordentlich mit ISO! ISO! bekleckert hatte.

„Draußen geht die Sunn auf und sie nogelt mir aufs Hirn…“ Eine Zeile aus dem Song „I wockl durch Meidling“ der sanftesten Band Wiens, Alkbottle. Die Sunn war da, das ließ sich nicht abstreiten. Trotz Kapperl, dem köstlichen Wiener Wasser, bei Schönbrunn wurde mir schwindlig. Mein Kopf drehte sich nach links, zog den Körper mit. Ich musste lachen, dann hatte ich Angst. Was wenn es mich jetzt aufs Trottoir prackt? Eine Frau in weißem Mantel stand plötzlich vor mir, in der Hand einen Malerpinsel, blaue Farbe in ihrem Gesicht. „Schau zu Andi, jetzt bist meschugge und der Steinhof macht die Tore auf.“ Im Dauerlauf befand ich mich ja schon.

Was sich wie eine Halluzination darstellte, war eine Kunstaktion im Rahmen des Laufs. Pinsel gepackt, an einer weißen Leinwand entlang, Pinsel wieder abgeben, weiter rennen, der Schwindel war weg. Munter die Mariahilfer runter, abbiegen auf den Ring, hier bestand die Möglichkeit abzuzweigen und sich für den Halbmarathon werten zu lassen. No way, weil im Prater die Familie wartete und wer will schon seine treuesten Fans enttäuschen?

Wir Läufer: innen laufen ja nicht vor dem Leben davon. Das Leben läuft mit uns mit. Wir erzählen uns Geschichten, machen uns Vorwürfe. Der Grant packt mich, der Neid grünt auf der Wiese meiner Gedanken. Die Freude wischt alles hinweg, die Klarheit sortiert mir die Tassen im Schrank neu. Ganz eng legt sich die Liebe um meine Schultern, das Staunen strahlt mit blauen Augen die Wunden der Jahre weg.

Im Prater, da wo es dann hart wurde, da standen sie. Die Kinder, die Ilse mit ihrer Schwester, mein Bruder Georg mit lachendem Gesicht, die Stiefmama mit der Kamera. Ich wäre so gern zu euch auf diese frische Wiese gelegen, doch ein paar Kilometer mussten noch genossen werden.

Sich den Zieleinlauf vorstellen. Ein Satz aus dem Marathonbuch. Ein Lächeln auf den Lippen. So in der Art.
Ein Kreuzerl hab ich gemacht, auf dem blauen Belag des Zielbereichs. Freundliches Mädchen, dass mir eine Medaille reichte.
Jemand drückte mir ein Sackerl in die Hand. Da stand ich, wie der Prawy auf dem Weg ins Sacher, der Lauf war vorbei. Keinen Schritt mehr wollten die Füß mehr machen. Trinken, in dem Sackerl war noch mehr von dem picksüßen Safti, den es auf der Strecke gab. Runter damit, es tut dir gut.

„Baby save up all your tears, you might need them some day…“ Ein paar Tränen fanden ihren Weg auf den Wiener Asphalt. Am Telefon ging es schon rund. Der LSV Chat explodierte. Wien hatte uns gefangen, mit Schmäh und Charme. Luftig leicht, wie ein Walzer.

„Weus´d a Herz hast wia a Bergwerk“ Das bringt es wohl auf den Punkt, Marathon rennt man, weil man ein Herz hat und weil man Menschen mit Herz um sich hat.

Wir haben gesiegt!


Halbmarathon:
Bereuter Sabine 02:13:33
Bereuter Timo 01:41:29
Sieber Elke 02:17:04
Sieber Herbert 01:47:42

Marathon:
Andreas Horvath 03.16:52
Bernhard Kessler 05:42:19

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